Ist das Kunst oder kann das weg?

Nein! Die Kunstwerke von Gräsel, Rehberger und Fiebig gehören zum Campus dazu.

Fiebig - Tor der Freude

Eberhard Fiebig – Tor der Freude

Das „Tor der Freude“ wiegt sechs Tonnen, ist knallrot und steht seit Kurzem in Münster auf dem Germania Campus. Die Skulptur von Eberhard Fiebig ist die dritte Arbeit des ehemaligen Kunstprofessors aus Kassel in Münster.

Sein „Tor des irdischen Friedens“ in Kassel aus dem Jahr 1987 bringt es auf 100 Tonnen. Da wirken die sechs Tonnen „Tor der Freude“ vergleichsweise leicht. Aber das sind immer noch beachtliche 6000 Kilogramm, die seit Kurzem auf dem Germania Campus stehen. Andreas Deilmann und Claus Steinrötter haben die Skulptur von Prof. Eberhard Fiebig aus Karlsruhe, wo es Teil einer Ausstellung war, nach Münster geholt und auf der Rückseite des Germania Campus’ platziert.

Fiebig greift mit seinen Toren eine Tradition der Antike auf, die von Toren als Spannungsbögen fasziniert war. Sie erinnern ebenfalls stark an die japanischen „Torii“, die die Grenzen von Profanem und Sakralem markieren.

Der Künstler empfiehlt: „Wer durch das Tor geht, fühlt sich verwandelt. Es ist so. Man muss es nur ausprobieren.“

Graesel - Roehren

Friedrich Gräsel – Röhren

Der 2013 verstorbene Bildhauer Friedrich Gräsel verwendete für seine Plastiken, angeregt durch das industrielle Umfeld seiner Heimatstadt Bochum, industriell gefertigte Stahlelemente, die er zu freien Kompositionen zusammensetzte.

„Aus dem Studium industrieller Produktion hat er sich für seine Kunst einen Freiraum zwischen industriellen Normen und den Formen seiner Kunst erarbeitet, der bis heute durch den Gebrauch von Rohrformen geprägt ist.“

Neben den freien Arbeiten hat er auch Röhrenplastiken geschaffen, die als Endrohre von Klimaanlagen technische Funktionen haben.

„Durch Integration seiner Kunst in zweckgebundene Industrieanlagen lenkt Gräsel die Aufmerksamkeit auf deren formale Ästhetik und wirkt so ihrer Entfremdung entgegen […].“

Daneben sind auch farbig gefasste Metallskulpturen und, sehr früh, keramische Arbeiten entstanden. Die plastischen Arbeiten Gräsels sind immer von Zeichnungen begleitet.

Tobias Rehberger

Im Factory Hotel befindet sich eine riesige Lichtinstallation des Künstlers Tobias Rehberger, die vom Foyer bis in den zweiten Stock reicht. Aber auch andererorts in Münster kann man Rehberger entdecken: Im Bahnhofsviertel wachsen bunte, geringelte oder gepunktete Rohre aus dem Boden und umranken die hässlichen grauen Schaltkästen an den Straßen. Über jedem Stromkasten leuchtet ein künstliches weißes Mondlicht. Die seltsamen Gebilde soll man sich nicht nur ansehen – sie laden Passanten zum Sitzenbleiben ein, Kinder zum Klettern, Jogger zum Stretchen und Teenager zum Knutschen.

Der international bekannte Künstlers Tobias Rehberger operiert gerne an der Schnittstelle von Form und Funktion, Oberfläche und Gebrauch. In den vergangenen Jahren haben vor allem seine experimentellen Gestaltungen von Bars für Schlagzeilen gesorgt.

Rehberger, Professor an der Frankfurter Städelschule, exportierte so seine Lieblingsbar in Sachsenhausen, die Oppenheimer-Bar, in ein New Yorker Hotel. 2009 wurde er auf der 53. Venedig-Biennale für seine Caffetteria in den Giardini mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. 2016 erhielt er die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main.

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